Ordnung ist das halbe Leben – Schaukeln ist die andere Hälfte

Eine schwarz gekleidete Person schwingt auf einer von mehreren weißen Schaukeln quer durch einen Innenraum.

Ordnung ist das halbe Leben – Schaukeln ist die andere Hälfte
Interaktive Installation
2015

Die Industriebrache der ehemaligen Spinnereimaschinenbau-Werke in Chemnitz wird im Sommer 2015 zur Atelier- und Ausstellungsfläche des Kunstfestivals Begehungen n°12. Den Göttern zum Trotz und den Menschen als Placebo gründen die beteiligten Künstler*innen eine neue Stadt: Wolkenkuckucksheim.
Dieser utopische Ort soll ein Bollwerk gegen Konventionen und Aberglauben werden. Doch was ist nötig, um mit neuen Bewohner*innen nicht nur die alte Gesellschaft zu reproduzieren? Was unterscheidet Wolkenkuckucksheim von einem stinknormalen Siedlungsgebiet?

In einer stark verwitterten Industriehalle hängen 8 strahlend weiße, im Oktagon angeordnete Schaukeln.
Installationsansicht vor der Eröffnung

Meine Installation ist eine Transit-Zone zwischen Himmel und Chemnitz; ein Trainingslager für jene, die ihre Ellenbogen-Mentalität verlernen wollen. Acht im Oktagon zueinander gruppierte Schaukeln fordern feinsinnige Rücksichtnahme von allen, die gemeinsam abheben möchten. Der Boden ist steinhart – und das Konfliktpotential ist groß, wenn die neue Gesellschaftsordnung schaukelnd verhandelt wird.

Entstehung und Umsetzung

nach der schlacht
die scherben aufsammeln
die ascheberge abtragen und
die partyleichen verbuddeln
ist mir immer leichter gefallen
als staubwischen
das ist so oberflächlich
und respektlos gegenüber
den wollmäusen oder
etwa nicht ich müsste
mein leben aufräumen

dringend mal ausmisten
und alles mögliche umstellen
vor allem mich selbst

innerlich ähnelt es dem zustand
eines hauses nach abzug der
mietnomaden äußerlich bröckelt
es vor sich hin morbider charme
sagt man wohl völlig verwüstet
beschreibt es präziser
staub spielt da keine rolle
mehr und ich würde ja
aufräumen wenn ich nur wüsste
wofür

19. April 2015


Die Wege im Oktagon als technische Zeichnung: 8 Konturen formen bildfüllende, sich sternförmig kreuzende Balken. Dabei entstehen von außen bis zur Bildmitte mehrere Schnittpunkte zwischen den 8 Balken. Die äußersten 8 dieser Schnittpunkte sind gleichzeitig die Eckpunkte von einem regelmäßigen Achteck. Sie sind mit kleinen Kreisen markiert. Das Zentrum der großen Sternfigur bildet eine verkleinerte Version derselben Sternfigur. Sie besteht ebenfalls aus 8 balkenförmigen Konturen. Die Länge der kleinen Stern-Balken stimmt mit der Breite der großen Stern-Balken überein.

Die Wege im Oktagon als technische Zeichnung mit geometrischer Regelmäßigkeit.